MONIKA SOZANSKA

Fechterin, Medaillengewinnerin bei Europa- und Weltmeisterschaften und Teilnehmerin bei den Olympischen Spielen, sowie Botschafterin der SAVE SOCIETY

Wenn Monika Sozanska über das Degenfechten spricht, fangen ihre Augen an zu leuchten. „Fechten ist wie tanzen – nur viel kreativer, denn kein Kampf ist wie der andere,“ schwärmt sie. „Man muss mit dem Gegner spielen, ihn beobachten, immer auf der Hut und in Bewegung sein – das macht diesen Sport für mich so besonders.“ Keine Frage, wo so viel Leidenschaft im Spiel ist, bleiben auch Erfolge nicht aus: 2005 gewann Monika ihren ersten Weltcup in Saint Maur. In den folgenden Jahren vergrößerte sie ihre Sammlung um mehrere Medaillen von Weltcups und deutschen Meisterschaften. Nicht nur als Einzelkämpferin ist Monika erfolgreich, auch im Team ist die Liste ihrer Erfolge beeindruckend: Drei Weltcupsiege sowie einen deutschen Meistertitel konnte Moni mit dem Heidenheimer SB holen. Mit dem Nationalteam gewann sie Bronze bei den Weltmeisterschaften 2005 und 2008 sowie Silber bei der Europameisterschaft 2008. Talent und Leidenschaft für den Fechtsport wurden der gebürtigen Polin quasi in die Wiege gelegt: Ihr Vater Piotr – heute deutscher Bundestrainer und Monikas Stützpunktcoach – war polnischer Nationalfechter, bevor er 1994 eine Trainerstelle im württembergischen Weinstadt antrat. Deshalb hieß es für die 11-jährige Monika und ihre Familie Koffer packen und in der schwäbischen Kleinstadt einen Neustart wagen. Dabei tat sich das willensstarke Mädchen gar nicht so schwer. Mitschüler und Nachbarkinder, vor allem aber der Fechtsport, mit dem Monika zu dieser Zeit anfing, erleichterten ihr die Integration: „Beim Fechten hatte ich die Möglichkeit, mich zu definieren, Selbstbewusstsein aufzubauen und zu glänzen. In der Schule war das am Anfang nicht möglich, weil ich erst die Sprache lernen musste.“ Aber auch das war für Moni kein Problem von Dauer: Nachdem sie zunächst auf Grund von sprachlichen Problemen die Hauptschule besuchte, absolvierte sie die Realschule und machte später ihr Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Schorndorf. Mittlerweile hat sie auch ein Diplom in der Tasche, sie hat an der BA Heidenheim Medienwirtschafts- und Dienstleistungsmanagement studiert.

Nachdem das Studium, vor allem in den letzten beiden Jahren viel Kraft und Konzentration gekostet hat, will sie nun auf der Planche wieder für mehr Furore sorgen: „Jetzt ist meine berufliche Zukunft abgesichert, ich habe den Kopf frei, kann mich ganz auf meinen Sport konzentrieren und mir hoffentlich endlich meinen Traum von Olympia erfüllen.“ Der Start bei Olympia blieb Monika bisher zweimal verwehrt, beide Male auf dramatische Weise: 2004 hatte sie gerade die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und wäre als viertbeste Deutsche für den Team-Wettkampf in Athen qualifiziert gewesen. Da sie aber kaum Erfahrungen im deutschen Team hatte, wurde Monika nicht berücksichtigt. 2008 wurde sie Opfer des Rotationsprinzips: In Peking wurde kein Teamwettbewerb im Damen-Degen ausgetragen und Moni musste wieder zuschauen. In London 2012 will sie aber unbedingt dabei sein, am liebsten mit der Mannschaft und im Einzel: „Um das zu erreichen muss ich mindestens drittbeste Deutsche sein, dafür werde ich alles geben.“ Auf dem Weg zum großen Traum von Olympia gibt es für Monika noch ein besonders reizvolles Etappenziel: Die Weltmeisterschaften 2010 in Paris. Die Vorfreude ist riesig: „Frankreich ist das Ursprungsland des Fechtens, deshalb werden in Paris sehr viele Fans erwartet. Und das Allerbeste: Die Planche wird auf der Champs-Élysées stehen! Das wird garantiert ein Riesenspektakel. Dort eine Medaille zu holen, das wäre phantastisch.“ Bisher hat Monika fast immer erreicht, was sie sich vorgenommen hat. Ihre künftigen Konkurrentinnen sollten also besser ein paar gute Paraden in Petto haben.

Seit 2014 ist Monika Botschafterin der SAVE SOCIETY und setzt sich aktiv für eine tolerantere Gesellschaft ein.